Seaside Camper | Vanlife got real (2) – Ti amo, Genova!
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Vanlife got real (2) – Ti amo, Genova!

Nach einer ausgedehnten Dusche mit warmem(!) Wasser, verließen wir den Stellplatz am unteren Ende der Wankbahn in Garmisch und machten uns auf den Weg durch Österreich. Plakette und Warnweste gezückt trieben wir Fritz an, die Berge zu bezwingen. In meinen Familienurlauben mit SUV’s oder dem Kombi hätte ich nie gedacht, dass eine bevorstehende Bergfahrt mir mal weiche Beine bereiten könnte. Doch wie es im Leben so ist – einmal ist immer das erste Mal. Und so war es nun, denn knappe zwei Tonnen und 74 mörderische PS ohne Turbolader versprachen ein Abenteuer. Schnell war klar, dass Geduld und Vorsicht belohnt werden würden, als die eisenschweren LKW auf der Überholspur an uns vorbeizogen. Den Brenner hinter uns gebracht, konnten wir aufatmen und die unheimlich tolle Berglandschaft Südtirols genießen. Mit dem Ziel Genua steuerten wir die ligurische Küste an. Nach drei verpassten Auffahrten und einem zurecht verdutzten Mautstationsmitarbeiter, trudelten wir gegen 22 Uhr dann endlich in der Stadt ein. Ohne großartigen Plan führten uns Campingplatzschilder die Küstenstraße entlang – Wildcampen schlossen wir mit Blick auf den italienischen Bußgeldkatalog direkt aus. In Bogliasco schließlich hatten wir das Gefühl, angekommen zu sein und folgten der Ausschilderung den Berg hinauf. Fünf Minuten vor Schließen der Schranken checkten wir ein und breiteten unser Camping-Repertoire aus.

Am nächsten Morgen von der Sonne geweckt, krabbelten wir durch die Flügeltüren nach draußen und entdeckten unseren wundervollen Ausblick. Auf halber Höhe der Steilküste hatten wir einen atemberaubenden Blick aufs Meer. Voller Tatendrang mieteten wir uns direkt an der Campingplatz-Info einen Roller, um die ligurische Küste zu erkunden. Die nächsten zwei Tage waren Phil, der Roller und ich als trio infernale unterwegs auf italienischen Straßen durch verträumte Städte und verbuchten so einige Kilometer.

Genova (Genua) war ungefähr 20 knatternde Minuten von unserem Campingplatz entfernt. Die Stadt erstreckt sich über mehrere Kilometer an der Küste entlang, die besten Spots waren also teilweise weit voneinander entfernt. Zu Fuß oder mit dem Auto wären wir längst nicht so gut gereist – der Roller bewies sich immer mehr als gute Entscheidung. Nach Shopping und Hafenspaziergängen schlängelten uns 15 PS die bergige Landschaft hinauf zu dem Punkt mit der schönsten Aussicht über die gesamte Stadt, die wir dann auch eine Weile genossen. Nach drei Tagen Dosenravioli und Nudeln mit Pesto suchten wir in den kleinen Küstenstädten nach Abwechslung. Bogliasco, Sori, Recco und Camogli überboten sich an Schönheit und dem italienischen la dolca vita- Gefühl. Die Welt schien hier still zu stehen. Und was kann einem im Urlaub besseres passieren?Trotzdem diese Station wohl eine der schönsten auf unserem Trip durch Norditalien war, trieb uns die Wanderlust nach dreieinhalb Tagen weiter Richtung Süden...